JugendMedienEvent 2012

Das JugendMedienEvent 2012
20. bis 23. September in Frankfurt und Mainz

Gundula Gause mit den Teilnehmern

Video: „Ich war als Schülerin schüchtern.“

Gundula Gause über den Einstieg in die Medienwelt

„Nicht nur „learning by doing“ ist wichtig. Fundamental ist Wissen – gerade in Zeiten digitaler Demenz. Es braucht Kompetenz und Flexibilität, Mobilität und reflektierten Mut.“ Gundula Gause








Seit zwanzig Jahren ist Gundula Gause Co-Moderatorin des „heute-journals“ im ZDF. Aber auch Profis wie Gundula Gause haben einmal klein angefangen. Daher weiß sie, wie schwer es ist, in der Branche Fuß zu fassen. „ Der Einstieg in die Medienwelt war nie leicht und ist seit ich angefangen habe noch schwieriger geworden,“ gesteht sie im Gespräch mit den Teilnehmern des JugendMedienEvents 2012. Ein paar Tipps, wie man dem Traumberuf Journalist näher kommt, hatte Gundula Gause trotzdem, denn für sie steht fest: „Die Mühe lohnt sich, ich habe den besten Job der Welt!“

Ein paar der Teilnehmerfragen haben wir hier zusammengestellt.

Teilnehmer fragen, Expertin antwortet

Frau Gause, es gibt viele Wege, um in den Journalistenberuf einzusteigen: Studium, Volontariat, Praktika, als Quereinsteiger aus anderen Berufen… Welchen Weg halten Sie für den besten?

Wissen ist Macht! Gerade in unserer heutigen Gesellschaft, wo alle nur noch Informationen googlen und kaum noch echtes Wissen abspeichern, muss es Experten geben, die etwas erklären und einordnen können. Dazu ist auch eine breite Allgemeinbildung wichtig, aber wir brauchen Leute, die sich intensiv mit einem Thema befasst haben und mehr wissen als andere.

Ich würde jedem empfehlen, zuerst etwas zu studieren, was ihn wirklich interessiert. Das kann Geschichte sein oder Politik oder Medizin, Theologie, ganz egal. Das Handwerkszeug kann man auch später noch im Volontariat oder im Beruf lernen. Ich habe nie ein Volontariat gemacht, sondern alles direkt bei der Arbeit gelernt, „learning by doing“ sozusagen. Aber heute bereue ich das. Ein abgeschlossenes Volontariat ist eine zusätzliche Qualifikation. In meinem Lebenslauf fehlt das.

Außer Wissen, welche Eigenschaften sollte man mitbringen, um ein guter Journalist zu werden?

Man muss mit der Sprache umgehen können. Das heißt nicht, dass man perfekt sein muss. Niemand ist perfekt. Aber man sollte ein Gefühl für Sprache haben und dafür, welche Konnotation bestimmte Aussagen haben können. Außerdem Neugier, Engagement und ein gewisses Maß an Flexibilität und Spontanität.

In einem Statement, dass Sie für ein Seminar beim JugendMedieEvent verfasst haben, sprechen Sie von „reflektiertem Mut“ (s.o.). Was meinen Sie damit?

Manchmal muss man springen und sich trauen, obwohl man von einem Thema vielleicht gar keine Ahnung hat. Da ist Mut gefragt, damit man sich an die Sache oder vielleicht an einen Gesprächspartner herantraut. Reflektierter Mut ist, wenn man dabei weiß, dass man nichts weiß und deshalb mit einer gewissen Vorsicht an das Thema herangeht.

Wie wichtig ist Persönlichkeit, wenn man sich als Moderator behaupten will?

Grundsätzlich präsentiere ich natürlich zuerst die Inhalte und nicht mich selbst. Aber Moderatoren, die Charakter haben und einen bestimmten Wiedererkennungswert sind gerade in unserer diffusen digitalen Gesellschaft attraktiv für das Publikum, weil sie ein Stück weit vertraut sind. Aber Persönlichkeiten wandeln sich auch mit der Zeit. Ich war als Schülerin so schüchtern, dass niemand gedacht hätte, dass ich mal so einen Beruf mache.

Sie haben beim Radio angefangen und sind erst später beim Fernsehen gelandet. Welches Medium halten Sie für den Einstieg am geeignetsten?

Radio und Zeitung. Fernsehen kommt erst später noch dazu.

Und wenn ich schon einen Praktikumsplatz in einer TV-Redaktion habe, wie bereite ich mich dann am besten vor?

Man muss sich mit dem Programm auseinander setzen. Es ist wichtig, die Sendung zu schauen, an der man beteiligt ist und man sollte auch wissen, was den Sender aktuell bewegt. Wer über die aktuelle Nachrichtenlage informiert ist, kann die Stimmung in der Redaktion auch besser einschätzen. Und man sollte zeigen, dass man interessiert ist. Ein Praktikant darf ruhig auch mal seine Meinung äußern, denn wir können ja auch noch von euch lernen!

Hauptveranstalter und Partner Junge Presse e.V. ZDF BPB Axel Springer Akademie