JugendMedienEvent 2012

Das JugendMedienEvent 2012
20. bis 23. September in Frankfurt und Mainz

Die Kunst des Sprechens

Rhetorik-Seminar an der FH Mainz

Wer kennt das nicht. Da steht man vor einer Gruppe, soll ein Referat halten und kurz davor wird einem plötzlich kalt und warm gleichzeitig. Der Kopf läuft wohl möglich rot an und am liebsten würde man ganz schnell im Boden versinken.

Doch die Kunst des Sprechens kann man erlernen. In der FH Mainz gab Katharina Meyn den Besuchern des JugendMedienEvents heute diese Möglichkeit. Dazu bekam jeder Teilnehmer des Seminars nacheinander drei Karten in die Hand gedrückt. Auf denen standen Begriffe wie „chinesische Lampe“ oder „rostiger Nagel“.

Anschließend sollten sie sich vorstellen, mit den Sachen auf einer einsamen Insel zu sein und erklären, warum sie genau diese Dinge ausgewählt haben. „Ich nehme auf jeden Fall eine grüne Gurke mit, weil ich Gurken einfach sehr gerne mag und naja, grün ist halt eine schöne Farbe“, war eine Erklärung.

Dabei wurde ihre Rhetorik, die Mimik und Gestik beurteilt und kritisiert. „Du schienst nicht wirklich aufgeregt zu sein, aber könntest deine Zähne noch etwas mehr auseinander nehmen,“ sagte Meyn zum Beispiel. Gerade bei Leuten, die aus Norddeutschland kommen, sei dies oft der Fall.

Ein Tipp von der Expertin: „Nehmt einen Korken in den Mund und sagt etwas. Schon nach ein paar Wiederholungen kann man eine deutliche Verbesserung feststellen.“

Generelle Tipps sind;

1. Ein sicherer Stand. Das heißt, die Füße „erden lassen“ und nicht unnötig mit ihnen wippen oder ähnliches.

2. Während des Sprechens Pausen machen, und diese nicht mit Füllwörtern wie „ehm“ füllen.

3. Die richtige Atmung ist sehr wichtig. „Atmet ruhig und tief“, sagt die Expertin.

4. Hände: „Gerhard Schröder und Barack Obama sind typische ‚Handtaschenredner‘. Die eine Hand in der Hosentasche, die andere nicht. Das finde ich sehr gut. Ansonsten nehmt euch etwas in die Hand, zum Beispiel Karteikarten. Dabei müsst ihr darauf achten, sie nicht zu knicken oder so, sondern sie sicher in den Händen zu halten“, meint Meyn.

5. Haare: „Hillary Clinton und Angela Merkel tragen ihre Haare beide so, dass sie nicht im Gesicht hängen. Das rate ich auch jedem von euch. Besser keinen langen Pony oder offene Haare tragen, sondern zum Beispiel einen Pferdeschwanz.“

6. Keinen Schal oder Tuch- sie verdecken zu viel.

7. „Versucht, hochdeutsch zu reden. Je nach dem, aus welcher Region Deutschlands ihr kommt und wo ihr den Vortrag haltet, kann es passieren, dass euch die anderen nicht verstehen. Das ist besonders bei Dialekten der Fall.“

 

Hauptveranstalter und Partner Junge Presse e.V. ZDF BPB Axel Springer Akademie