JugendMedienEvent 2012

Das JugendMedienEvent 2012
20. bis 23. September in Frankfurt und Mainz

„Die Zeitung wird schneller“

Ein Besuch bei der Verlagsgruppe Rhein Main

„Die Zeitung wird nicht aussterben“, sagt Lars Hennemann, der stellvertretende Chefredakteur der Allgemeinen Zeitung (AZ) aus Mainz. „Sie wird sich verändern, schneller werden müssen, aber es wird sie weiterhin geben“, versichert er. Das sei kein Wunsch, sondern eine „gesicherte Annahme“. Zum Thema Schnelligkeit ergänzt er: „Es ist klar, dass man nicht immer der erste sein kann, der Nachrichten publiziert. Aber die Frage ist, wie man sie aufbereitet. Wer das gut macht, gewinnt die Leser für sich.“

15 Leute waren gestern bei der Verlagsgruppe Rhein Main, um mehr über die Zukunft der Zeitung und den Verlag zu erfahren. Hennemann begrüßte die Besucher und gab ihnen einen ersten Überblick über die VRM. Sie …

  • … ist eine der „traditionsreichsten und bedeutendsten“ regionalen Medienhäuser Deutschlands.
  • … publiziert unter der Dachmarke Rhein Main Presse (RMP) 22 Tageszeitungen in Hessen und Rheinland-Pfalz.
  • … erreicht, inklusive der Online-Leser, knapp eine Millionen Leser.
  • … hat den Leitsatz „Alles ist lokal“.

Auch bei Facebook ist der Verlag vertreten und unterhält ungefähr 20 bis 30 verschiedene Seiten. Eine davon ist „Schüler lesen Zeitung“. Man muss sich der Generation schließlich anpassen.

In der Fotoredaktion erklärte der Fotograf Harald Kaster, wann ein Foto wirklich gut ist. „Es sollte prinzipiell überraschend sein und für positive Irritation sorgen“, sagt er. Was gut ist, hänge allerdings auch vom Betrachter des Bildes ab. Generell sei alles gut, was gefällt. Nach einiger Zeit entwickele man außerdem ein „Gefühl dafür, welches Bild gut ist“. Zur Übung durften diejenigen, die sich mit Fotografie bereits etwas auskennen, ein Gruppenbild machen. Die eine stellte die Besucher einfach vors Fenster, die andere winkend auf die Treppe. Danach gab es Kritik vom Experten. „Zu wenig Licht, zu viel Licht, zu gestellt oder die Personen zu distanziert voneinander“, lauteten die Beurteilungen. Auch die Perspektive spielte eine Rolle. Anschließend durften die Gruppenfotos mit nach Hause genommen werden.
Die Filmredaktion zeigte den Besuchern, wie schnell man einen Film drehen kann und wozu Schnittbilder gebraucht werden. Unter dem Motto „Was assoziierst du mit Webvideos?“ wurden die Teilnehmer gefragt, welche Adjektive ihnen zu Webvideos einfallen. Währenddessen lief die Kamera. Der kurze Spot wurde anschließend geschnitten, die passende Musik wurde eingefügt und sogenannte „Schnittbilder“ hinzugefügt. Diese werden nach dem eigentlichen Dreh zusätzlich gemacht, um Momente zu kaschieren, in denen jemand blöd guckt oder in die Kamera schaut.
Anschließend ging es zum Newsdesk. Dort werden die zugesendten Nachrichten der Nachrichtenagentur dpa gesichetet und aussortiert. Anschließend werden sie auf die verschiedenen Seiten der Zeitung verteilt. Während es früher so gewesen sei, dass ein Artikel oft erst am nächsten Tag fertig sein sollte, müsse nun vieles schneller laufen.
Das liegt daran, auch online präsent und exklusiv sein zu müssen.

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