JugendMedienEvent 2012

Das JugendMedienEvent 2012
20. bis 23. September in Frankfurt und Mainz

Bloggende Indie-Rocker

Lee Jay Cop sorgen beim JugendMedienEvent für Stimmung

Viele Musiker haben schon als Kind davon geträumt, mit ihrer Musik Geld zu verdienen. Christopher Been Jr. dagegen wollte lieber Schafe hüten. Nach einem Jahr als Schafhirte, zog es ihn aber doch zurück auf die Bühne. Heute war er mit seiner Band „Lee Jay Cop“ beim JugendMedienEvent dabei, um den 60. Geburtstag der Jungen Presse zu feiern.

Die Indie-Rock-Band aus Oldenburg spielt seit 2006 in der aktuellen Besetzung zusammen. Dazu gehören neben Sänger und Frontmann Christopher der Drummer Johnny, Bassist Fox und die beiden Gitarristen Daniel und „Hasi“.

Im Sommer 2010 veröffentlichten die fünf Jungs ihr Debüt-Album „Revolution Of The Dog“, das sogar in Skandinavien und den USA auf Zuspruch stieß. Seitdem touren sie durch Europa und haben unter anderem mit „Panic! At the disco“ und „Tomte“ zusammen gespielt. „Tomte kannte ich schon, als sie noch in winzigen Clubs vor einer Hand voll Leuten gespielt haben,“ erinnert sich Hasi. Musikalisch bewegen sich die beiden Bands in ähnlichen Sphären. Im Vergleich zu ihren Cuxhavener Kollegen schlagen „Lee Jay Cop“ aber mehr rockige Töne an. Der Sound der Band reicht von verträumten Balladen bis zu echten Rocksongs mit Pogo-Potenzial. Ohne große Emotionen kommt keiner der Songs aus.

Oasis als Vorband

In einigen Plattenkritiken wird die Band sogar mit Namen wie „Oasis“ in Verbindung gebracht. Christopher Been hat allerdings eine etwas eigene Vorstellung davon, wie man die Bands zusammen bringen könnte. „Es wäre geil, wenn wir Oasis zwingen könnten, sich wieder zu vereinigen und für uns als Vorband zu spielen,“ träumt er. Ganz ernst gemeint ist das natürlich nicht, aber solche Aussagen passen zu „Lee Jay Cop“. Die Jungs nehmen selten ein Blatt vor den Mund.

Besonders Frontmann Christopher ist für sein selbstbewusstes Auftreten bekannt. In dem Blog der Band dokumentiert er nicht nur den Touralltag und kündigt Konzerte und neue Songs an, sondern äußert auch ganz unverblühmt Kritik an allem, was ihm im Alltag gegen den Strich geht. Von Musikerkollegen wie „Scheißculchacandela“ bis zu Problemen, wie das es in Holland an der Autobahntankstelle kein Bier gibt.

Seine Bandkollegen halten allerdings nicht viel von dem Blog und interessieren sich auch kaum dafür. „Wir lesen meistens gar nicht, was Chris da so schreibt“, lachen sie. Generell stehen sie Bloggen eher kritisch gegenüber. „Ich finde es besser, wenn man jemandem alles wichtige erzählen kann und der schreibt es dann auf. Es ist verdammt schwierig, über sich selbst zu schreiben“, findet Drummer Johnny. Er meint, dass Journalisten oft besser auf den Punkt bringen können, was wesentlich ist. „Heutzutage muss man alles selber machen, aber besser und authentischer wird es dadurch nicht unbedingt“, ist er genervt. Die Bandmitglieder bevorzugen deshalb klassische Medien wie Print und Radio oder Fernsehen. „Eine facebook-Seite oder so ist OK, aber ansonsten bleiben wir lieber passiv“, erklärt Johnny.

„Wir bevorzugen klassische Medien“

Wie schwer es den Musikern fällt, sich selbst einzuordnen, beweist ihre Diskussion um den eigenen Musikstil. Sie sind sich nicht einig, welchem Genre ihre Musik zuzuordnen ist. „Christoph schreibt ja meistens unsere Texte. Wenn er rockige Sachen schreibt, wird der Song eben rockig. Wenn er mehr Bock auf Techno hat, machen wir halt das,“ erklärt Daniel das Dilemma. Mit der Bezeichnung „Indie“ sind am Ende aber doch alle einverstanden.

Beim JugendMedienEvent hat „Lee Jay Cop“ mit ihrem Stil jedenfalls einige neue Fans gewinnen können. Nach dem Gig sind die Musiker vor allem begeistert von der Location. „Auf so einer Bühne wie hier zu spielen, ist echt super. Das nächste Mal bräuchten wir am besten noch einen weißen Flügel und schwarze Background-Sängerinnen,“ scherzt er. „Und ein weißes, fliegendes Pferd“, ergänzt Johnny.

Info: CDs der Band können online bestellt werden. Außerdem kann man einige Songs gratis im Netzt anhören.

 

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