JugendMedienEvent 2012

Das JugendMedienEvent 2012
20. bis 23. September in Frankfurt und Mainz

Wem gehört was und woher weiß ich das?

Diskussionpanel zum Urheberrecht beim JugendMedienEvent

Viele sind skeptisch, vielleicht auch überfordert. Das Thema erfordet viel technisches, ökonomisches und juristisches Fachwissen. Nur internetaffin sein, reicht da nicht, aber es ist Voraussetzung. Ansonsten interessiert die ganze Diskussionsfrage aber auch wenig: Wie hat sich die rechtliche Lage für Autoren und Künstler verändert, seit es das Internet gibt und wie reagiert das Gesetz darauf?

Das Internet ist frei, ein Handy, Router oder Kabel reicht, um mitspielen zu drüfen. Aber ist es wirklich so spaßig? Was steckt hinter einem Tweet und was passiert, wenn ich einen Facebookpost share? Und hinter all dem nur eine Frage: Wem gehört das alles?

Kelda Niemeyer von Wikimedia Deutschland und Piratin erklärt den Teilnehmern das Konzept von „Flattr“. Hier kann sich jeder Internetuser ein Konto einrichten, von dem aus er Geld an Blogs oder andern Websites überweist, wenn ihm deren Inhalte gefallen hat. Das Besondere hier: Jeder kann auf völlig freiwilliger Basis Geld überweisen. Der Haken: Die User bekommen die Inhalte auch, wenn sie nichts zahlen.

Der Jurist und stellvertretende Justitiar des ZDF Gregor Wichert wünscht sich mehrFreiheiten, damit auch die öffentlich-rechtlichen Sender mehr Inhalte im Internet publizieren können. Ihm sitzt dabei aber immer das Gesetz im Nacken: Urheberrecht, Persönlichkeitsrecht, Presserecht, nationales und internationales Recht. Alles wichtig, alles unterschiedlich und nichts richtig zeitgemäß.

Alles schön und gut, aber wie geht es den Urhebern selbst? Kilian Trotier, Redakteur bei der ZEIT und Experte in Internetthemen, weiß, dass etwas passieren muss. Aber jetzt sei noch nicht die Zeit dafür. Alles sollte ins Netz übertragen werden, eine völlige Umstrukturierung. Das sei aber erst möglich, wenn auch alle das Netz nutzen. Solange es noch „Nicht-Digital-Natives“ gibt, kann man auch die Möglichkeiten des Netzes noch nicht völlig ausschöpfen.

Flattr, Kulturflatrate (ähnlich wie bei den Rundfunkgebühren zahlt hier jeder für Inhalte, die im Internet zur freien Verfügung gestellt werden), verkürzte Einzelnutzungsrechte der Zeitungen. So viele Möglichkeiten. Die Teilnehmer des Diskussionspanels stellen unentwegt Fragen, bekunden Zweifel und schauen den „Experten“ dabei zu, wie sie sich uneinig bleiben.

Niemeyer gibt Wichert gut gemeinte Ratschläge, was das ZDF alles besser machen könnte. Wichert widerum kontert regelmäßig mit dem hohen Mehraufwand, der ihre Vorschläge mit sich bringen würden. Trotier agiert immer wieder als Mittler. Jeder weiß, dass etwas passieren muss. „Wenn sich das Urheberrecht nicht ändert, wäre das der Horror“, schließt Trotier das Panel. Wie dieser „Horror“ aber verhindert werden kann, dafür hat wohl jeder, eine ganz eigene Idee.

no images were found

Hauptveranstalter und Partner Junge Presse e.V. ZDF BPB Axel Springer Akademie